
Unter diesem Titel fand die diesjährige Fachveranstaltung des FAAW – Fachausschusses für Aus- und Weiterbildung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie – DGS im Juni in Hameln statt. Anhand eines Vortrags von Prof. Dr. Hahne, BiBB, z. Zt. TU Berlin sowie Erfahrungsberichten der FAAW-Mitglieder wurde intensiv über diese Frage diskutiert, ohne zu einer abschließenden Bewertung zu kommen.
In der folgenden Pro und Contra Liste sind die bisher angeführten Argumente zusammengetragen.
Pro:
1. Kunden wollen Erneuerbare-Energien- Anlagen aus einer Hand, sowohl PV als auch Thermie.
2. Jugendliche wollen nicht erst 3 Jahre etwas anderes lernen, dann womöglich noch eine Zusatzqualifikation in Solartechnik machen (wer bezahlt die?), um dann endlich Solaranlagen bauen zu dürfen.
3. Solarfirmen können innerhalb der vorhandenen Ausbildungsberufe nicht ausbilden, weil sie nicht alle Anforderungen für AnlagenmechanikerInnen oder ElektrotechnikerInnen erfüllen können.
4. Bisher wird in den grundständigen Ausbildungen Solartechnik nicht ausreichend integriert, auch nicht nach der Neuordnung der Berufe
5. Der Markt boomt, aber es gibt keine Gesellen, die speziell darauf ausgebildet werden.
6. Es werden Spezialisten, aber auch Generalisten gebraucht.
7. Ein Beruf in EE würde die Motivation von Jugendlichen erhöhen und auch in die Bevölkerung ausstrahlen.
8. Da der EE-Markt für Handwerksbetriebe in absehbarer Zeit im wesentlichen aus Solarthermie und Photovoltaik besteht müsste der Inhalt eines Ausbildungsberufs EE eine gesunde Mischung aus den Inhalten der Berufe „Anlagenmechaniker SHK“ und „Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik“ bestehen, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf EE.
Contra:
1. Sind Firmen wirklich an diesen Generalisten interessiert oder suchen sie dann doch Spezialisten? Gibt es so viele Firmen, die Thermie UND Photovoltaik anbieten? Es geht hier auch um eines der grundlegenden Kriterien für die Anerkennung von Ausbildungsberufen, nämlich: „Gibt es hinreichenden Bedarf an entsprechenden, einzelbetriebsunabhängigen Qualifikationen?“
2. Firmen können auch Teams aus verschiedenen Gewerken bilden, denn aus einer Hand soll auch die Heizung und die Elektroinstallation kommen. Dazu braucht man aber entsprechende Elektrotechniker-Innen und SHK-GesellInnen.
3. Firmen können sich zusammenschließen und im Verbund ausbilden.
4. Seit der Neuordnung der Berufe ist das Thema EE Bestandteil der vorhandenen Grundberufe (Anlagenmechaniker SHK und Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik). Außerdem gibt es eine Verbändevereinbarung gemäß Handwerksordnung, die sowohl Elektronikern als auch Anlagenmechanikern für SHK mit entsprechend zertifizierter Weiterbildung, die Möglichkeit eröffnet, das gesamte vom Kunden geforderte Spektrum ab zu decken. Damit besteht keine Notwendigkeit für einen weiteren Beruf.
5. Das Thema ist zu dünn für einen eigenen Ausbildungsberuf (Kriterium für die Anerkennung von Ausbildungsberufen: ausreichende Abgrenzung von anderen Berufen). Außerdem gibt es genügend Möglichkeiten der Weiterbildung, z. B. zum Solarteur.
6. Können ausreichend Grundlagen in Elektrotechnik UND SHK in drei Jahren vermittelt werden? Es sollte nicht vorkommen, dass „Solartechniker“ grundlegende Fehler machen, denn dann käme die Technik in Verruf.
Weitere Anregungen an spaete@sij.fh-aachen.de
FAAW im Juni 2006 Frank Späte, Vorsitzender FAAW Dr. Mathias Delling, stellvertretender Vorsitzender FAAW Maria Roos, stellvertretende Vorsitzende FAAW

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