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DGS startet erfolgreich in das 31’te Jahr ihres Bestehens

Am 29. und 30. April hielt die DGS ihre diesjährige Delegiertenversammlung (DV) in Waischenfeld ab. Dabei trafen sich gut 30 Vertreter aus ganz Deutschland und erarbeiteten den künftigen Kurs von Deutschlands ältester Solarenergievereinigung. Dieses Jahr wurde das alljährlich stattfindende Treffen, das höchste Gremium der DGS, in Waischenfeld veranstaltet. Organisiert wurde es von den drei fränkischen Sektionen Mittel, Unter- und Oberfranken unter Federführung Mittelfrankens. Sektionsvorsitzender Matthias Hüttmann hatte sich mit Waischenfeld einen Ort im Herzen Frankens ausgesucht der von der Sonne verwöhnt ist. „Die Delegierten haben neben der erfolgreichen Tagung auch eine positive Erinnerung an Franken mit nach Hause genommen“, so Hüttmann.

 

Mit der Wahl des Veranstaltungsortes der bewusst deutlich von einer größeren Stadt wie beispielsweise Nürnberg, Fürth oder Würzburg entfernt gewählt wurde wollte man von Seiten der Organisation erreichen die DV diesmal als Klausur durchzuführen. Das Ambiente sollte ein konzentriertes Arbeiten ohne große Ablenkung ermöglichen. Diesem Ziel wurde die DV 2006 durchaus gerecht. Der Tagungsort Waischenfeld liegt ziemlich genau auf dem geografischen Schwerpunkt Frankens, etwa in der Mitte von Bayreuth, Bamberg und Forchheim. Die aktiven Sektionen Unter- und Mittelfranken wollten auch erreichen, die momentan noch wenig aktive Sektion Oberfranken ein wenig anzuschieben. Leider kann man dies momentan noch nicht erkennen. Allen oberfränkischen DGS-Mitgliedern, die gerne etwas voranbringen möchten, bieten die Sektionsvorsitzenden der anderen fränkischen Sektionen gerne ihre Hilfe an. Denn Süddeutschland und speziell Franken ist ja nicht umsonst eine der solartechnisch am weitesten entwickelten Regionen. In Franken ist die Solaranlagendichte so hoch wie sonst kaum in Deutschland. Da sollte doch mit der DGS auch dort wie-der mehr gemacht werden.

 

Das Rahmenprogramm verlangte von den Teilnehmern dieses Jahr ein wenig mehr als üblich. Es musste viel gelaufen werden, was sich aber auch lohnte. Gestärkt vom fränkisches Brotzeitbuffet ging es zunächst mit dem Bus zur Sophienhöhle. Dort bekamen wir unter dem Motto „Sophie at night“ eine nächtliche Führung durch die Tropfsteinhöhle. Ein einstündige Fackelwanderung mit Wanderführer zum Buchberg im Dunkeln schloss sich an, Orientierungsfähigkeiten waren gefragt, kein Problem für die Teilnehmer. Der Weg lohnte sich: Eine Schnapsprobe auf der Aussichtsplattform wartete auf Wanderer. Trotz geringer Temperaturen waren einige nur schwer wieder zum gehen zu bewegen. Alles in allem ein zwar leicht rustikales Abendprogramm, das jedoch durchweg ankam.

 

Aber gearbeitet im Sinne der DGS wurde auch, neben vielen formellen Punkten gab es viel positives zu berichten. Überschüsse im Etat, eine Vielzahl erfolgreicher Projekte und gelungene Sektions- wie auch Fachausschussarbeit lassen optimistisch in die Zukunft blicken. Sehr auffällig ist das deutlich gestiegene Interesse an der DGS von Seiten der Öffentlichkeit, Medien, Verbänden und der Politik . Zum einen liegt das sicherlich an dem der offensiveren Öffentlichkeitsarbeit durch Internet, Newsletter und Pressearbeit, andererseits aber nicht zuletzt durch erfolgreiche Projekte wie beispielsweise der „Güteschutz Solarenergie“. Mittlerweile gibt es ja erste Betriebe die zertifiziert wurden.

 

„Die DGS wird die in den letzten Jahren gesetzten thematischen Ziele auch im nächsten Jahr mit Hochdruck weiterverfolgen. Hierzu gehören ein verbesserter Fach- und Endkundenschutz durch einklagbare technische Regeln wie das RAL Gütezei-chen Solar, aber auch die Forderung nach einer veränderten Energiepolitik im Bereich Ressourceneffizienz. Die Forderungen der DGS zum Energiegipfel der Bundesregierung sind dabei die Leitlinie unseres Handelns.“ so auch DGS-Präsident Kai Dobelmann.

 

Als beispielhafte Projekte der DGS zu nennen wären da zum einen das seit Jahresbeginn das von der EU geförderte Projekt zur Sonnenenergienutzung auf Campingplätzen „SOLCAMP“. Dort nehmen 15 Partner aus 9 Ländern teil, auf deutscher Seite u.a. der Bundesverband der Campingunternehmen Deutschlands . Unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) in Kooperation mit vielen wei-teren Akteuren im Land werden Campingplatzbesitzer bei der Sonnenenergienutzung unterstützt. Das Projekt SOLCAMP hat eine Laufzeit von 28 Monaten, ein Gesamtbudget von ca. 1,3 Mio Euro und wird von der europäischen Kommission im Rahmen des Programms „Intelligente Energie für Europa“ kofinanziert. Die internationalen Partner kommen aus Wales, Polen, Österreich, Slowenien, Kroatien, Italien, Spanien und Portugal. Ziel von SOLCAMP ist es, die Zahl der Campingplätze, die mit thermischen Solaranlagen zur Warmwasserbereitung ausgerüstet sind, um 10% zu erhöhen.

 

Oder auch die Neugründung des Fachausschuss "Solare Mobilität". Hiermit sollen die Aktivitäten der DGS auf das gesamte Spektrum der Energiefragen ausgedehnt werden. Das Thema Mobilität reicht von "zu Fuss gehen" bis zum Reisen mit dem Großraumflugzeug und ist deshalb schwer komplett abzudecken. Deshalb konzentriert sich der Fachausschuss im ersten Schritt vorrangig auf den Autoverkehr und die Frage, wie man die solaren Energiequellen hier am sinnvollsten einsetzen kann. Da Verbrennungsmotoren auch mit Biotreibstoffen beträchtliche Abwärmeverluste haben werden liegt zielt eine der Strategien auf die Wiederbelebung der Diskussion über Elektrofahrzeuge und Elektro-Hybrid-Fahrzeuge. Aus diesem Grund unterstützt der Fachausschuss "Solare Mobilität" auch die Forderung des Bundesverbandes Solare Mobilität und des Aktionsbündnisses Erneuerbare Energien, in der Kraftstoffstrategie der Bundesrepublik den elektrischen Strom aus erneuerbaren Quellen gleichberechtigt mit zu berücksichtigen.

 

Die Wiederbelebung des Fachausschuss "Solare Bauen" konnte ebenso in Waischenfels verkündet werden. Mit Hinrich Reyelts gibt es wieder einen kompetenten Streiter für dieses maßgebliche DGS-Thema. So definiert er das Bauen heute als: „die bestmögliche Raumform für Wohnen und Arbeiten zusammen mit dem Bauherrn finden, für deren Umsetzung die wirtschaftlichste und zukunftssicherste Baukonstruktion und Gebäudetechnik planen, für die Realisierung die vernünftigsten und besten Materialien verwenden und, vor allem, hiermit ein Nutzobjekt schaffen, dass Zufriedenheit und Freude schenkt. Das Erarbeiten von den heutigen, hohen Ansprüchen an Wohnen und Arbeit gerecht werdenden Raum- und Gebäudekonzepten sollte immer die passive und aktive Nutzung der solaren Energie einschließen, um effizient und umweltbewusst zu Bauen: Dies schließt, gerade in einem in dieser Beziehung auf dem Weltmarkt führenden Land die Verwendung neuer Materialien, Wandaufbauten, Bad-, Heiz- und Kältetechniken ein – und hat den Effekt der Optimierung von Bau- wie Betriebskosten des Hauses. In diesem Sinne ist energieeffizientes Bauen immer bis zu einem gewissen Grade innovatives und vor allem solares Bauen.“

 

Das sind nur Schlaglichter, diese zeigen jedoch das die DGS sich nach einer schwierigen Umbruchphase wieder in ruhigeren Gewässern präsentiert und mit viel Elan und Ideen wieder voran geht. Finanziell und personell gestärkt können wir viel errei-chen. Auf ein erfolgreiches 2006!

 

Matthias Hüttmann


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